Mein erster Eindruck von WordPress war: Wow, das bringt ja schon alles mit!
Mein zweiter Eindruck: Hier kann ich ja nichts anpassen!

Ich kann mich schon gar nicht mehr an alle Optionen erinnern, die ich trotz mehrmaligem Durchlesen aller Einstellungsmöglichkeiten übersehen, und erst mit Hilfe von Google gefunden habe. Es wird seine Gründe haben, weshalb andere Blogger beschreiben, wie z.B. der Headertext im Twenty Eleven Theme ausgeblendet wird, obwohl das doch eigentlich nur diese eine kleine Option bei den Einstellungen zur Kopfzeile ist. Ich nehme das zum Anlass von ein paar Dingen zu Schreiben, über die ich (Stand Juni 2012) so gestolpert bin:

Wo ist die .htaccess Datei?

Für schöne URLs wird normalerweise eine .htaccess-Datei benötigt. Diese existiert bei WordPress jedoch nicht von Anfang an, sondern wird automatisch erstellt, wenn bei den Einstellungen zu den Permalinks ein anderes Format ausgewählt wird, welches die Einstellungen in der .htaccess Datei benötigt.

Verwendung der WordPress-Statistik mit Jetpack

Mit Jetpack bekommt das Blog viele Feature, die davor nur WordPress.com Benutzern vorbehalten waren. Gerade noch rechtzeitig vor der Online-Schaltung des Blogs fiel mir ein, das von Jetpack mitgelieferte Statistik-Plugin zu deaktivieren, da die Verwendung in Deutschland aus Datenschutzrechtlichen Gründen problematisch mir zu aufwendig ist (siehe dazu WordPress.com-Stats Plugin als Trojaner für Werbetracker und WordPress.com-Stats datenschutzkonform nutzen). Anstatt also das eingebaute Plugin zu verwenden, sind wir doch wieder auf eine selbst gehostete Lösung mit Piwik ausgewichen.

Verwendung von Akismet

Ähnliches gilt für den mit WordPress standardmäßig mit ausgelieferten Kommentar- und Trackback-Prüfdienst Akismet. Mit Hilfe von einigen Zusatzinformationen und einem WordPress-Plugin, können wir das hier jedoch ganz gut verwenden, da der Benutzer hier ja direkt aktiv wird (z.B. ein Kommentar schreibt), und in diesem Zusammenhang der Verwendung des Dienstes zustimmen kann (siehe dazu WordPress Deutschland). Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass z.B. bei der Verwendung von WPtouch die entsprechende Option beim Kommentarfeld nicht angezeigt werden, diese also entweder ergänzt oder auf eine andere Lösung ausgewichen werden sollte.

So viele Plugins?

Für quasi jedes Problem gibt es bei WordPress zig verschiedene Lösungsansätze und mindestens ebenso viele verschiedene Plugins. Trotz umfangreichen Informationen im Plugin-Verzeichnis von WordPress fehlt mir immer noch das richtige Gespür dafür, welches denn jetzt das passende Plugin für mich wäre. Bleibt nur eine lokale Testinstallation zum Ausprobieren.

Update der Sprachdateien

Es funktioniert in WordPress ja irgendwie so alles automatisch per Klick: Updaten, Plugins aktualisieren… Plötzlich sind aber die Texte im Frontend Theme (also auf der eigentlich Seite für die Besucher) teilweise auf Englisch und das obwohl die Standardthemes Twenty Ten und Twenty Eleven verwendet werden? Das liegt daran, dass die Sprachdateien für die Themes im automatischen Upgrade nicht vorhanden sind, man bekommt sie aber ganz einfach aus den Paket der Deutschen Sprachdateien auf WPDE.org.

Automatische Entfernung von p– und br-Tags

Ich schreibe meine Artikel lieber direkt als (X)HTML und dabei gehörten p– und br-Tags einfach zur konkreten Formatierung mit dazu. Der WordPress-WYSIWYG-Editor (TinyMCE) ist da aber anderer Meinung und hält sich da lieber an die Empfehlung des W3C, entfernt diese also direkt wieder (Referenz dazu verloren gegangen).

Erweiterte Funktionen des WYSIWYG-Editors

Als ich mich etwas intensiver mit dem WYSIWYG-Editor von WordPress beschäftigt habe, fehlten mir ziemlich bald einige konkreten Funktionen wie Rückgängig, oder eine Auswahl zur Textauszeichnung (Überschrift, Absatz, Zitat…). Diese werden erst mit einem Klick auf das Icon für die Werkzeugleiste angezeigt.

WordPress Werkzeugleiste

Das Icon für die Werkzeugleiste im WYSIWYG von WordPress.

Weitere Optionen für Plugins

Ebenso versteckt sind die anfangs schon vermissten, gefühlten hunderte von Einstellungsmöglichkeiten im Administrations-Bereich, die sich jedoch Plugin-spezifisch mit Optionen anzeigen aktivieren oder ausblenden lassen.

Einblenden von Optionen in WordPress

Schaltfläche zum Einblenden weiterer Optionen rechts oben.

Validierung von Eingabedaten

Einige Plugin Entwickler für WordPress scheinen es mit der Validierung von Eingaben nicht so genau zu nehmen (oder WordPress ist da nicht so komfortable wie Contao?), was sich dazu missbrauchen lässt z.B. einer GooglePlus-Id noch weitere Metadaten wie ein Autorenattribut für den generierten Link mitzugeben.

Bilder umbenennen

Schon hochgeladene Bilder mit der Grundausstattung von WordPress umzubenennen (also den konkreten Dateinamen zu ändern), ist leider nicht möglich. Sollte ein anderer Perfektionist auf diese Idee kommen und das einfach direkt in der Datenbank anzupassen (ja einfach nur den Dateinamen per FTP zu ändern wäre ja viel zu einfach): es lohnt sich eine Suche über die komplette Datenbank laufen zu lassen um alle Stellen zu finden, an denen der Dateiname genannt wird. Außerdem empfiehlt es sich in der Datenbank wirklich gut aufzupassen, da man die serialisierten Metadaten zu den Bildern schnell mal zerschießt, und zwar ohne das direkt zu bemerken. Es fehlen dann z.B. die Miniaturbilder, worauf das Originalbild eingebunden und per HTML-Parameter skaliert wird, so dass ein Fehlen auf den ersten Blick gar nicht auffällt.

Der Link auf die Autorenseite

Aus Sicherheitsgründen wird ja generell empfohlen keine gängigen Benutzernamen wie admin oder root zu verwenden, am Besten den Benutzernamen generell geheim zu halten. Der Link auf die Autorenseite – also z.B. http://www.benjamin-rosemann.de/author/benjamin – offenbart aber in der normalen Konfiguration direkt den Benutzernamen in der Linkadresse. Sicherlich gibt es irgendwo ein Plugin für WordPress, welches es ermöglicht genau diese Adresse anzupassen, der direkte Weg führt jedoch direkt in die Datenbanktabelle praefix_users, wo im Feld user_nicename die Linkadresse angepasst werden kann.


Es gibt sicherlich noch viel viel viel mehr eigentlich ganz kleine Dinge – mit eventuell großen Auswirkungen – aber diese überlasse ich den ganzen fleißigen FAQ-Schreiben, Wiki-Bearbeitern und Buchautoren.