Seit mehreren Jahren trage ich einen handlichen „Computer“ mit Android mit mir herum, der mir so manche Schlepperei mit dem Laptop erspart hat. Aber trotz der immer besser werdenden Fähigkeiten habe ich mein Smartphone lange Zeit nicht wirklich Informatiker gerecht verwendet. Zwar habe  ich mir das Arbeiten an meiner heimischen, als auch auf meiner portablen Arbeitsstation mit persönlichen Anpassungen und Programmen angenehmer gestaltet, jedoch fehlen derartige Anpassungen auf meinem Smartphone.

Das liegt natürlich hauptsächlich daran, dass ich mein Smartphone arbeitstechnisch hauptsächlich als Lesegerät für unterschiedlichste Dateiformate verwendet habe. Das ist aber fast etwas schade für den 1,5 Ghz Quadcore Prozessor mit 2 GB Arbeitsspeicher und genug Sensoren um die Welt zu erobern… also im übertragenen Sinne natürlich. Daher habe ich die (kurze) Übergangszeit zwischen meinem Bachelor- und meinem Masterstudium dazu genutzt mich mit der Personalisierung meines Android Smartphones auseinanderzusetzen und das Buch Developing Android on Android bot sich dazu als begleitende Lektüre an.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Developing Android on Android ist nicht für alle Smartphone Enthusiasten geschrieben, sondern richtet sich primär an programmierende Smartphone Enthusiasten.

Den ersten Teil des Buches beginnt Mike Riley noch recht allgemein und stellt Möglichkeiten zur personalisierten Anpassung von Android Smartphones vor. Im Übergang vom ersten zum zweiten Teil des Buches zeigt er dann, wie er seinen mobile lifestyle per Headsetbedienung (Headset Button Controller) und automatisierten Aufgaben (Tasker) gestaltet. Aber danach folgt gleich der Einstieg in den Scripting Layer SL4A und die Entwicklungsumgebung AIDE.

Auch wenn die Einführung in die Entwicklung mit Android recht einfach gehalten ist und vielversprechend klingt, gibt es für mich doch noch diverse Hürden, die mich daran hindern die letzten zwei Teile des Buches in die Praxis umzusetzen. Zum Beispiel bevorzuge ich zum Lesen meinen Kindle anstelle des Tablets, was für mich bedeuten würde vier Geräte (Smartphone, Tablet, Kindle und Tastatur) mit mir herumtragen zu müssen, um wirklich produktiv arbeiten zu können. Wo wir bei der Frage: Tablet vs Convertible vs klassischer Laptop angekommen wären, die ich für mich noch nicht beantworten konnte.

Dies erklärt vielleicht meine anfängliche Enttäuschung über den Inhalt des Buches. Denn ohne Tastatur und mit dem kleinen Display eines klassischen Smartphones lässt sich nicht sehr angenehm programmieren. Andererseits beinhaltet der Titel des Buches eindeutig das Wort Developing und nicht Customizing Android. Daher hier nochmal mein Hinweis: dieses Buch richtet sich hauptsächlich an Smartphone Enthusiasten, die auf ihrem Android Device entwickeln möchten. Ein Schritt, den ich noch nicht für mich ausprobiert habe.

An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass ich mir das vorgestellte Buch selbst gekauft oder aus einer Bibliothek ausgeliehen habe. Es handelt sich also nicht um ein zur Verfügung gestelltes Rezensionsexemplar und ich wurde für diese Rezension auch nicht bezahlt.

Buchcover Developing Android on Android von http://pragprog.com/Covers.