Als (Informatik-)Student wird man im Bachelorstudium mit Literaturempfehlungen überhäuft und eigentlich sollte man sich zusätzlich noch einen Blick über den Tellerrand verschaffen und weitere Bücher lesen. Nur wie finanziert man das? Ich habe hier einige Tipps zusammengefasst, wie ich während meines Studiums günstig an Bücher gekommen bin:

Tipp 1: Universitätsbibliothek (kostenlos)

Die Universitätsbibliothek haben meistens eine überraschende Auswahl nicht nur an Fachliteratur, sondern auch an Trivialliteratur und bieten normalerweise recht lange Ausleihfristen an. Es finden sich häufig auch aktuelle Buchexemplare zu Programmiersprachen, Entwicklungstechniken, … Reinschauen lohnt sich also auf jeden Fall!

Tipp 2: Fachbereichsbibliothek (meist kostenlos)

Häufig haben Fachbereiche oder Fachschaften nochmal einen eigenen, spezialisierten  Buchbestand, der sich ebenfalls entleihen oder in der Mittagspause lesen lässt.

Tipp 3: Stadtbibliothek (geringe Gebühren)

Sind die Exemplare an der Universitätsbibliothek alle ausgeliehen, lohnt sich gegebenenfalls auch mal ein Blick in das Angebot der Stadtbibliothek, denn auch dort finden sich manchmal beliebte Standardlehrbücher. Nicht vergessen nach einer Vergünstigung für Studenten zu fragen.

Tipp 4: E-Book Bestand der Bibliotheken (evtl. E-Book-Reader erforderlich)

Universitätsbibliothek und Stadtbibliotheken haben teilweise auch einen Bestand an E-Books, oder man hat über die Uni einen Zugriff auf den E-Book Bestand großer Verlage, wie zum Beispiel die Springer eBook Collection. Im Zusammenspiel mit meinem Kindle Paperwhite konnte ich so schon einige Lehrbücher kostenlos als E-Book lesen.

Tipp 5: Broschierte Variante / Softcover lesen

Auch wenn es sich um einen dicken Wälzer handelt, meistens verbringen die Bücher doch die meiste Zeit im Regal oder auf dem Schreibtisch. Also warum den Mehrbetrag für ein Hardcover investieren?

Tipp 6: Englische Bücher lesen

Englischsprachige Bücher werden üblicherweise in höherer Stückzahl produziert, müssen nicht extra übersetzt werden und sind daher aktueller und günstiger. Je nachdem wo sie bestellt werden, unterliegen sie auch nicht der deutschen Buchpreisbindung, was den Preis nochmal deutlich reduziert.

Tipp 7: (Englische) E-Books lesen

Interessanterweise sind die deutschen E-Books häufig nur wenig günstiger oder teilweise sogar teurer als die broschierte Variante. Daher sollte man sich auch hier die englischsprachige Ausgabe ansehen. Bei günstigem Euro/Dollar bzw. Euro/Pfund-Kurs lohnt es sich eventuell auch, die Bücher direkt beim englischsprachigen Verlag zu kaufen. Zusammen mit den beinahe monatlich angebotenen Rabattaktionen zahle ich für Bücher beim Pragmatic Bookshelf zur Zeit umgerechnet drei bis zehn Euro für ein DRM freies E-Book. Auch beim englischsprachigen O’Reilly Verlag gibt es immer wieder ähnliche Aktionen.

Tipp 8: Rabattaktionen

Die meisten Studenten sind sowieso ständig online, warum also nicht den Blog zum Kindle-Deal des Tages (jeden Tag ein englischsprachiges E-Book für ca. 1 Euro) abonnieren? Oder den Twitter Kanal vom Pragmatic Bookshelf, wo etwa monatlich zeitlich limitierte Rabattaktionen von 40-50% angekündigt werden? Oder den Newsletter zu den täglichen und wöchentlichen E-Book Deals beim englischsprachigen O’Reilly-Verlag abonieren?

Tipp 9: Buchrezensionen schreiben

Es gibt auch die Möglichkeit Rezensionsexemplare zum Beispiel über die Fachschaft zu organisieren und so die eigene oder die Fachschaftsbibliothek zu erweitern. Mir war der zeitliche Rahmen hierfür aber meistens zu kurz, da mich meine Lehrbücher meistens bis zur Abschlussprüfung begleiten.

Tipp 10: Probekapitel, Übersetzungen und ältere Ausgaben

Häufig bieten Verlage einzelne Kapitel als Leseprobe an und manchmal hat man das Glück, dass genau die benötigten Informationen darin zu finden sind. Manche ältere Bücher gibt es nicht als E-Book zu kaufen, aber die Autoren bieten diese dafür kostenlos als und eventuell sogar überarbeitet als PDF auf ihrer Webseite an. Auch werden manche ältere IT-Bücher unwissentlich als veraltet auf den Ramschtisch aussortiert. Zum Beispiel kostet die meiner Meinung nach immer noch brauchbare zweite Auflage von Pragmatic Version Control: Using Subversion (Pragmatic Bookshelf) aktuell über 25 Euro. Aber da das Buch schon 2006 veröffentlicht wurde, ist es in einigen Buchläden auf dem Ramschtisch für zwei bis drei Euro zu finden.

Inzwischen lerne ich immer mehr Studenten kennen, die studieren  ohne je ein Buch lesen zu wollen, aber vielleicht kann ja der ein oder andere doch etwas mit diesen Tipps anfangen.