Ich war heute mit einem etwas anderen Laufpartner unterwegs. Schon etwas ungeduldig, weil etwas nach seiner gewohnten Laufzeit* wartete er schon im Hausflur auf mich. Sprungbereit, sollte ich zur Jacke greifen. Doch in dem für ihn ungewohnten Laufdress lies er mich noch in Ruhe, bis das vertraute Knarren des Schuhregals ihn in Sekundenschnelle mit wedelndem Schwanz an der Tür stehen lies. Wenn du wüsstest, was ich jetzt mit dir vorhabe! meinte ich noch mit einem hämischen Grinsen.

Den ersten halben Kilometer ging es dann dank Leinenpflicht im Ort eher langsam voran. Im hügeligen Rebland lies mich der Vierbeiner dann aber ganz schön stehen. Je tiefer der Schnee, desto glücklicher, je rutschiger, desto lustiger und je steiler, desto flotter. Ziemlich schnell außer Atem änderte ich meine Taktik, und lies Sam mal schnell 50 Meter voraus, um dann einen unerwartete Richtungswechsel einzuschlagen.

Sam ist ein toller Laufpartner… er beschwert sich nicht, hält super mit und ist auch nicht wetterfühlig oder empfindlich gegenüber matschigen/nassen Wegen. Hin und wieder fordert er zu kleinen Wettrennen auf, oder unterbricht den Lauf mit einem Stock in der Schnauze um zu einem kleinen Workout (der Stärkere bekommt den Stock) aufzufordern.

Leider ist er (noch) ziemlich ignorant gegenüber spezielleren Trainingseinheiten (Tempotraining…) und es ist immer empfehlenswert genügend Luft in der Lunge zu behalten um ihn mit einem kurzen Zuruf daran zu hindern andere Spaziergänger an dem tollen Spiel zu beteiligen. Auf den verdienten Schlaf nach dem Abenteuer musste er dann vorerst verzichten: eine unserer schmusebedürftigen Katzen war der Meinung, er müsse sich dringend um sie kümmern.

* Hinweis: im allemanischen Dialekt beschreibt Laufen eine Fortbewegungsart, die im Hochdeutschen eher als Gehen bezeichnet wird. Wir Laufen mit dem Hund und Laufen spazieren. Dies sorgt häufig für verständnisloses Kopfschütteln von Auswärtigen über diese sportliche Lebensweise und für zorngerötete Gesichter bei Sportlehrern, wenn die allemanisch sprechende Klasse auf den Laufbefehl hin in ein strammes Spaziergehtempo verfällt, anstatt sich wie erwartet sportlich fortzubewegen.