In Selbsthilfebüchern um Thema Taskmanagement wie z.B. Getting Things Done wird häufig auf die geradezu unglaublichen Fähigkeiten von Müttern verwiesen, die in diesem Bereich unglaublich effektiv arbeiten. Eine über Jahre entwickelte Routine ermöglicht es ihnen zig „Projekte“ parallel zu betreuen, die eigenen Termine und den der Rest der Familie zu verwalten und auch so Kleinigkeiten wie das Windelwechseln, Geburtstagsgeschenke und Kinderarztbesuche mit zu organisieren. Aber wehe wenn sich andere Personen (Kinder, Partner) an dieser Routine beteiligen sollen, oder sie zeitweise komplett übernehmen müssen. Dann drohen Haustiere zu verhungern, Ablagen zu verstauben und eingekauft wird, wenn Kühlschrank, Tiefkühltruhe und Vorratsschränke/räume leer sind.

Aber es gibt natürlich auch die Kategorie der typischen „Männeraufgaben“, die von Partnern oder Vätern erledigt werden: das Wechseln der Winterreifen, der Ölwechsel am Auto, das Wechseln der Batterien für z.B. Feuermelder, Instanthaltungsmaßnahmen oder das klassische „Müll rausbringen“. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Meisten eine Routine entwickeln, mit der er oder sie Aufgaben im Haushalt angeht und bearbeitet.

Ein großer Nachteil dieser Routinetätigkeiten ist jedoch, dass sie sich im Kopf der jeweiligen Person befinden und auch, wenn sie z.B. bei längerer Abwesenheit dieser Person in Papierform gebracht oder per mündlicher Instruktion weiter gegeben werden, es nicht unbedingt verständlich ist, dass z.B. mit „Staub Wischen“ vor allem auch die eine Ecke im Bücherregal gemeint ist, oder zum „Müll rausbringen“ auch dieser eine kleine Mülleimer im Badezimmer oder der Werkstatt gehört. Des Weiteren erscheint es manchmal aufwendiger einem pupertierenden Teenager eine Aufgabe zu erklären, als sie einfach schnell selbst zu erledigen.

Alles in Allem gibt es also unterschiedlichste Aufgaben, die in unterschiedlicher Regelmäßigkeit ausgeführt werden sollten und für die es jeweils (hoffentlich) einen Spezialisten gibt, der sich darum kümmert. Mit etwas Aufwand lässt sich das Wissen all dieser Spezialisten in einen digitalen Haushaltsplan übertragen, in unserem Fall in eine gemeinsame Liste in Remember The Milk. Mit Hilfe von Wiederholungen und detaillierten Anweisungen in den zu den einzelnen Aufgaben gehörenden Notizen bietet sich eine digitale Haushaltsverwaltung an für WGs, wie für Großfamilien.

Aber warum sollte man sich denn überhaupt die Mühe machen, den Haushaltsplan auf die Version 2.0 upzugraden, ihn also zu digitalisieren? Meiner Familien und WG-Erfahrung nach haben Abmachnungen oder Listen in Papierform folgende Probleme:

  • nicht von überall zugänglich
  • schwierig von mehreren Personen gleichzeitig anzusehen
  • regelmäßig wiederholende Aufgaben vs. nur ab und zu anfallende Aufgaben
  • detaillierte Ausführungen für einzelne Tasks (z.B. Staubwischen – detaillierte Aufzählung wo überall)
  • permanent zur Bearbeitung oder Abarbeitung offen (und nicht nur z.B. an einem Samstag).

Vor allem die Omnipräsenz von internetfähigen Geräten erlaubt es diese Nachteile mit einer digitalen Haushaltsliste auszugleichen. Unliebsame Dinge verschwinden beim Aufbau einer eigenen Routine nicht im Nebel des Vergessens, man kann auch mal die Aufgaben eines anderen übernehmen, sich schnell einen Überblick verschaffen, was denn alles noch erledigt werden muss, oder am Donnerstag schon einen Teil des für den Samstag geplanten Hausputzes vorweg nehmen. Das hört sich jetzt alles nach Trivialitäten an, denn es geht ja auch anders, aber ich zumindest genieße die digitale Haushaltsverwaltung 2.0, denn sie hindert mich daran zu vergessen, dass heute noch gestaubsaugt, am Wochenende die Bettwäsche gewechselt und im Herbst das Wasser draußen abgedreht werden sollte.

Ich sollte jedoch auch nicht verschweigen, dass das hier beschriebene Konzept mit Remember The Milk gut umzusetzen ist, jedoch zum aktuellen Zeitpunkt nur mit einem Pro Account auf einem Smartphone Sinn macht, da sich mit dem Basis Account die erledigten Aufgaben nur alle 24 Stunden synchronisieren lassen.