Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, bei dem Lestetest mit der Kindle App auf dem 7 Zoll Tablet im Vergleich zu dem etwa gleich großen E-Book Reader Kindle Paperwhite 3G.

Der zweite Teil meines persönlichen Tests:

Der selbe Wochentag, der selbe Zug ein anderes Gerät. Diesmal bin ich zusätzlich mit dem Kindle Paperwhite 3G ausgestattet. Den knapp 240 Gramm schweren, sechs Zoll großen E-Book Reader aufklappen, Buch auswählen und innerhalb von Sekunden loslesen. Die Kontraste sind deutlich besser, als auf meinem Smartphone und entsprechend habe ich auch eine höhere Lesegeschwindigkeit. Mitten im Buch erreicht mich eine SMS: Kindle zuklappen, SMS auf dem Smartphone beantworten, Kindle wieder aufklappen und nach knapp einer Sekunde weiterlesen.

Diese Sekunde benötigt der Kindle Paperwhite um das Display wieder auf das Buch einzustellen. Auch beim Umblättern benötigt er knapp eine halbe Sekunde, was mit der Art des Displays zu tun hat. Die Bildschirme von Smartphones sind auf die Anzeige von farbigen und bewegten Medien wie zum Beispiel Videos, Bilder, Webseiten, Spiele… optimiert. Wohingegen der Kindle Paperwhite lediglich Schwarzen Text auf weißem Grund mit Hilfe von „elektronischer Tinte“ darstellt wird. Das bedeutet, dass bei einem E-Book Reader der Bildschirm quasi ohne Stromverbrauch angezeigt werden kann. Lediglich das Anzeigen eines neuen Bildschirms – beispielsweise beim Umblättern – benötigt Strom und entsprechend etwas mehr Zeit als auf einem Smartphone. Jetzt sollte ich nur den Ausstieg nicht verpassen.

Fazit: Man kann auf dem Smartphone durchaus auch Bücher lesen, anders als ein E-Book Reader sind sie darauf jedoch nicht optimiert. Um Gelegentlich mal eine Viertelstunde zu lesen reichen sie zwar durchaus, aber wer wie ich täglich pendelt und daher ein höheres Lesepensum bewältigt, für den lohnt sich die Anschaffung eines Extra E-Book Readers meiner Meinung nach durchaus. Dabei möchte ich jedoch auf einige Dinge hinweisen, die mir bei meiner Recherche zum Kindle Paperwhite 3G aufgefallen sind:

8 Wochen Akkulaufzeit…

…abhängig von Lichtverhältnissen, W-LAN-Nutzung UND berechnet bei einer halben Stunde Nutzung pro Tag. Hält auch nicht so lange, wenn man den Kindle zum Surfen oder Ähnliches verwendet, da dabei das Display ständig aktualisiert werden muss, was mehr Strom kostet, als wenn man z.B. beim Lesen einmal pro Minute umblättert.

Weltweiter drahtloser Internetzugang (3G)…

…aber nur für den Zugriff auf den Amazon Kindle Store, Wikipedia und die Übersetzungsfunktion. Schon die drahtlose 3G-Übermittlung von Dokumenten, die nicht im Amazon Store gekauft wurden, kostet extra Gebühren (ist jedoch kostenfrei per W-LAN oder USB-Kabel). Also surfen auf anderen Webseiten von unterwegs funktioniert nicht. Das ist mit den kostenfrei zur Verfügung gestellten Wörterbüchern beim Lesen von fremdsprachiger Literatur auch meist nicht nötig.

Also wer hofft mit dem Kindle 3G quasi weltweit seine E-Mails abrufen zu können, der sollte sich eine andere Lösung dafür suchen. Die 50 Euro mehr für die 3G Variante lohnt sich also nur für Leute, die wirklich viel unterwegs sind, zu Hause keinen Internetzugang haben oder beim Lesen auf Wikipedia nicht verzichten können.

E-Books sind günstiger als gedruckte…

…gilt in Deutschland dank der Buchpreisbindung meistens nicht. Außerdem bekommt man Bücher im Taschenbuchformat (evtl. Mängelexemplare?) nach wie vor günstiger, als E-Books. Dafür gibt es hunderte Werke inzwischen gestorbener Schriftsteller (Goethe, Schiller, Karl May, Shakespeare, …), die nach wie vor noch gedruckt verkauft, als E-Book jedoch kostenlos gelesen werden können.

Zugriff auf Online-Bibliothek mit Amazon Prime…

…gilt für ein Buch im Monat, jedoch nicht im ersten (kostenlosen) Jahr des verbilligten Studenten-Tarifs, danach ist der Zugriff jedoch möglich. Aber von meinen üblichen Autoren habe ich in der Online-Bibliothek noch keine Bücher gefunden.