Mein letzter Blogeintrag ist schon eine Weile her. Da ich seither nichts mehr zum Schreiben hatte (von Krankheiten, die mehrere Wochen Trainingsausfall verursachen schreibt es sich so schlecht) orientiere ich mich an dem Vorbild Achim Achilles und packe alte Geschichten und Texte aus.

Als unerfahrener Laufanfänger wurde ich von einem Laufkollegen auf Das Walker Hasser Manifest aufmerksam gemacht. Ich war damals doch recht erschrocken über die Gefahren, die von dieser für Läufer gefährlichen Art ausgingen. Also beschloss ich dieser Begegnung möglichst lange aus dem Weg zu laufen. Da diese mobilen Wegblockaden im Winter nur sehr selten anzutreffen sind, ist mir das auch lange gelungen. Später bin ich auf frühe Uhrzeiten und hügelige Strecken ausgewichen. Vor sechs Uhr morgens sind die Strecken frei und lieber Glatteis und ungeräumte Wege als Walker! Auch der Trick mit den Höhenmetern hat ganz gut geklappt… sofern es oben keinen Parkplatz hat, wo sich Walker vom Auto absetzen lassen um dann der Schwerkraft folgend lawinenartig über ahnungslose Läufer zu rollen.

Ich berichtete von meinen Erfahrungen mit einem anderen Laufpartner. Das Laufen mit dem Hund ist äußerst abwechslungsreich und man erkundet gemeinsam neue Strecken. Auf einem solchen Erkundungstripp in dem hügeligen Vorgebirge des Schwarzwaldes mit Panoramablick auf Alpen, Jura, Vogesen und das Rheintal begegnete uns der Schrecken der Läufer. Ein Technik-Auffrischungskurs im frühen Frühjahr lockte sämtliche ortsansässigen Walker mit dem Auto in die Höhe, wo sie mir in einer Gruppe mit 40 Frau begegneten. Wie sie sich so näherten, erinnerte es an eine bunte Büffelherde… nur langsamer und mit Stöcken statt Hörnern ausgestattet. Den Hund bei Fuß wich ich der anrollenden Lawine auf dem Grasstreifen neben der Straße aus. Mit Stolz erwiderte ich den anerkennen Blick der Leitkuh Übungsleiterin: Erziehung statt Leine, Training statt Diät, Sport statt schleichend zu walzen.

Nachdem wir die halbe Gruppe passiert hatten kreischte es unvermittelt Oh der Sam! aus der Gruppe heraus. Neben diversen Energie- und Trinkvorräten sind die Walker hier mit Hundeleckerli und Würstchen für eventuelle Begegnungen mit Vierbeinern ausgestattet. Bevor Herrchen und Frauchen widersprechen können hat der auf Diät gehaltene Hund schon die Kalorienmenge für den kompletten restlichen Tag zugesteckt bekommen. Zurreden, erklären, schimpfen… bei Hund wie Walker sinnlos. Bleibt nur der große Bogen um diese unbelehrbaren Vertreter der Frischluftatmer. Meine Hoffnung, dass Sie in der Gruppe abgelenkt seien ging nicht auf. Auf den Zuruf aus der Gruppe hin sprengten 42kg Langhaar mitten durch die Gruppe. Zumindest war beim Ausweichen ein Ansatz von Dynamik in der Sport- Walker-Gruppe zu erkennen. Das laut gekreischte Guck mal was ich da für dich habe! ging beinahe in dem Gekläffe der anderen Walker unter: Haben Sie denn keine Leine!?! Unverschämt! Können Sie denn nicht aufpassen!?!. Sollte ich ihnen erklären, was ich von dem unverschämten Verhalten der Hundefütterer halte? Sollte ich hinterher und versuchem dem Hund die übergroße Leckerlistange aus dem Mund zu fischen? Nein, ich würde ihnen demonstrieren wie toll der Hund auf Kommandos hört nachdem er die Leckerlis schon bekommen hat. Noch zwei Sekunden, dann würde ich ihn mit einem knappen Kommando zu mir befehlen, während ich weiter an der Gruppe entlanglaufe. Das Timing war perfekt… auf direktem Wege -also mitten durch den Rest der Gruppe durch- kam mir der Hund nachgehetzt.