Der Tag davor

Ich muss bekennen, dass ich ein ziemlicher Morgenmuffel bin, der gerne mal noch eine Stunde länger lieben bleibt, nachdem der Wecker geklingelt hat. Vorlesungen um 08.00 Uhr oder schon um 07.30 Uhr passen einfach nicht so richtig in meinen Tagesablauf, der im Idealfall zwischen 01.00 Uhr und 02.00 Uhr morgens endet.

Aber mit einem neuen Jahr gibt es ja auch neue Vorsätze. Nachdem ich an diesem Wochenende wieder nicht vor 12 Uhr einkaufen war, wurde mein Plan am Sonntag vor dem Mittagessen Laufen zu gehen von unzähligen anderen Dingen über den Haufen geworfen. Also war ich wieder einmal zur Abendessenszeit im Dunkeln unterwegs. Die 12 Kilometer meiner Lieblingsstrecke an der Donau bestanden jedoch zum größten Teil aus zentimeterhohem Schneematsch, mit noch tieferen Pfützen. Selbst meine eigentlich wasserdichten Supernova waren irgendwann undicht. Mit nassen Füßen kam ich auf die spontane Idee meinen Tagesrhythmus etwas umzustellen. Viel schlimmer kann es ja morgens beim Laufen auch nicht sein. Ob ich jetzt abends oder morgens im Dunkeln laufe… und wenn ich das morgens schon hinter mir habe, dann komme ich auch nicht mit anderen Terminen in Konflikt und habe abends keine Probleme mit zu spätem Abendessen. Also habe ich beschlossen diese Woche mal nicht als Morgenmuffel, sondern als Morgenläufer unterwegs zu sein… was mir heute schon einige Überraschungen eingebracht hat.

Schlafrhythmus

Nach kurzem Nachrechnen, kam ich zu dem Schluss, dass viertel 6 die richtige Zeit sei um mich heute aus dem Bett zu quälen. Jeder der Ähnliches vorhat sollte darauf verzichten spontan solche Entscheidungen zu treffen und seinen Schlafrythmus im Voraus etwas anpassen. Nach vier Stunden nicht gerade erholsamen Schlafes, kam ich jedoch sogar noch kurz vor dem Weckerklingeln aus dem Bett. Da meine Laufsachen vom gestrigen Schneematsch noch teilweise feucht waren, wurden diese auf der Heizung noch kurz notgetrocknet, während ich erste Aufgaben am PC erledigte. Als ich um dreiviertel 6 aus dem Haus konnte, hätte ich auch nicht viel früher losgewollt, da sich Muskeln und Gelenke irgendwie ziemlich ungeölt verhalten haben. (Ist denn das sonst auch so, oder habe ich darauf einfach noch nie geachtet?)

Erfahrungen

  • Schlafrhythmus im Vorfeld anpassen
  • Sich um die Laufsachen am Tag vorher kümmern
  • Vor dem Laufen etwas Zeit einplanen für morgendliche Toilettengänge und geschmeidig werden
  • Unbedingt vor dem Laufen noch etwas trinken

Idyllischer Morgenlauf

Das Problem beim Laufen am frühen Morgen ist, dass man nicht schon ein paar Stunden Wettererfahrung hat. Des Weiteren kann man den Lauf nicht mal noch eine Stunde nach vorn oder hinten verschieben um z.B. ein Regenloch auszunutzen. Es wird also gelaufen, egal wie es aussieht. In meinem Fall hatte ich eine glitzernde Eisfläche vor mir, so dass ich mich spontan dazu entschloss meine geplante 10km-Strecke gegen die gestrigen 12km einzutauschen, in der Hoffnung, dass ich auf den Schneematschwegen etwas besseren Halt haben würde.

Man sollte auch nicht vergessen, dass man morgens eventuell nicht ganz so viel Leistung bringen kann. Bei mir ist sie eindeutig nicht so ausgeprägt, wie am Abend. Dafür ist das Belastungsempfinden um einiges ausgeprägter. Ein idyllischer Morgenlauf durch die frische Luft, mit Sonnenaufgang kann man im Winter und vor allem in Ulm nicht erwarten. Die Kanalisation, die Kläranlage und den Hundekot scheint man morgens kilometerweit riechen zu können und dank dem Nebel wird man auch zur richtigen Uhrzeit in den seltensten Fällen etwas von der aufgehenden Sonne mitbekommen.

Irgendwie habe ich es dann doch noch geschafft mit nur 10 Minuten Abweichung um fünf vor 07.00 Uhr und ohne Sturz wieder zu Hause anzukommen. Das hat mich jedoch kurz darauf nicht daran gehindert mir auf dem Weg zum Bus und keine drei Meter von der Haustüre entfernt, beim Ausrutschen ein blaues Knie und einen leichten Bluterguss an der Hand zu holen.

Erfahrungen

  • Man kann dem Wetter nicht ausweichen
  • Im Winter sind glatte Wege nicht zu vermeiden
  • Leistung morgens ev. nicht ganz so ausgeprägt => Zeit entsprechend anpassen
  • Belastungsempfinden höher
  • Zeit fürs Frühstück einplanen

Fazit zum ersten Tag

Neben all den geschilderten Unannehmlichkeiten ist es ein durchaus ansprechendes Gefühl morgens auf dem Weg zur Uni zu wissen, dass man schon etwas erledigt hat. Seltsamerweise habe ich heute in den Beinen meinen ersten Muskelkater seit Monaten. Es kann auch durchaus sein, dass das mit dem ständigen Ausbalancieren auf der rutschigen Eisfläche zu tun hat. Die Fahrt im überfüllten Bus ist im wachen und ausgeglichenen Zustand nicht angenehmer und die Vorlesung am frühen Morgen nicht verständlicher. Inzwischen schaue ich auf das nach wie vor schneebedeckte und von der Sonne beschienene Ulm und hätte Lust eine Stunde Laufen zu gehen. Da ich das für heute aber schon hinter mir habe, kann ich mich motiviert in meine Lehrbücher vergraben. Ich bin mal gespannt auf die nächsten Tage und ob ich es schaffe mich daran zu gewöhnen schon früh morgens Sport zu treiben.