Habt ihr in eurer Bekanntschaft auch jemanden, der während seiner Abschlussarbeit für den Bachelor/Master/Diplom mit einer Kopie seiner Arbeit auf einem USB-Stick unter dem Kopfkissen übernachtet? Gerade wenn man mit seiner Bachelorarbeit anfängt, machen sich viele Studenten Gedanken über ein Backup ihrer Daten: Was wenn alle meine Daten am Tag vor dem Abgabetermin einfach weg sind? Dabei gibt es so viele einfache Möglichkeiten, genau das zu verhindern.

Ein komplettes Backup System

Ersatzsystem als Backup

Ein wichtiger Bestandteil meiner persönlichen Backuplösung ist die Vorhandensein eines Ersatzsystems.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die Abschlussarbeit mit einem Computer oder Laptop geschrieben. Was aber, wenn dieser kaputt geht, oder geklaut wird? Wie lange dauert es, sich ein Ersatz zu besorgen und wieder komplett einzurichten?

Ich habe mir daher schon vor Jahren angewöhnt stets ein Parallelsytem mit den gleichen Programmen und Daten zu pflegen. Sei es ein Netbook zu einem Laptop, oder ein Laptop zu einem Tower PC. Somit bin ich flexibel in meiner Arbeitsplatzwahl und habe ein sofort einsatzfähiges Backupsystem. Die Daten werden hierbei innerhalb kürzester Zeit über das lokale Netzwerk mit Unison zwischen den beiden Systemen abgeglichen.

Nachteil: ein Netbook hat häufig nicht so viel Speicherplatz, wie ein Laptop, oder ein PC. Deshalb hat mein mobiles Ersatzsystem zwar stets alle wichtigen Daten, aber z.B. nur die digitalen Bilder des aktuellen Jahres. Ein Ersatzsystem ist somit häufig kein vollwertiges Datenbackup.

Ein Backup in die Cloud

Backup in die Cloud

Liegen die Daten auf einem Speicher in der Cloud, können sie problemlos mit beliebigen internetfähigen Geräten abgerufen werden.

Mir persönlich reicht ein Ersatzsystem als Backuplösung nicht, weshalb ich meine aktuellen Arbeitsdaten zusätzlich mit Dropbox in die Cloud sichere. Somit kann ich quasi mit jedem internetfähigen Gerät auf meine Daten zugreifen und im Notfall z.B. auch mit meinem Smartphone oder einem geliehenen Netbook weiterschreiben.

Diese Datensicherung ist unabhängig von lokalen Einflüssen, wie z.B. ein Diebstahl meiner Geräte, Feuer, Wasserschaden… hat jedoch ebenfalls den Nachteil, dass der (kostenlose) Speicherplatz recht limitiert ist und nur für meine wichtigsten Arbeitsdaten genügt. Die Dropbox ist also quasi mein persönlicher USB-Stick unterm Kopfkissen in der Cloud.

Ich persönlich bevorzuge Dropbox, da der Dienst auf allen von mir genutzten Betriebsystemen funktioniert. Es gibt inzwischen jedoch viele andere Angebote mit unterschiedlichen Zielgruppen, wie zum Beispiel Amazon Cloud Drive, Google Drive, Strato HiDrive, Windows SkyDrive, und viele mehr.

Ein Backup auf eine externe Festplatte

Externe Festplatten haben auch genügend Platz für große Bildersammlungen, müssen aber sicher aufbewahrt werden!

Externe Festplatten haben auch genügend Platz für große Bildersammlungen, müssen aber sicher aufbewahrt werden!

Die zwei Wichtigsten Elemente meiner persönlichen Backuplösung –ein Ersatzsystem und die Dropbox– habe ich ja schon beschrieben. Auch wenn mein Laptop ausfällt, oder z.B. sämtliche Geräte geklaut werden, kann ich sehr schnell wieder weiterarbeiten. Was aber mache ich zum Beispiel mit den vielen Gigabyte an digitalen Bildern?

Hier kommen externe Festplatten ins Spiel. Ein Terrabyte bekommt man aktuell ja schon für unter 70 Euro und das ist genügend Platz um alle meine Daten (mindestens) einmal komplett zu sichern. Diese externe Festplatten stehen aber nicht irgendwo herum! Eine befindet sich in einer feuerfesten und wasserdichten Dokumentenkassette und die andere in einem anderen Haus. Dies mag vielen übertrieben erscheinen, aber ich investiere z.B. viel Zeit in meine digitalen Bilder und möchte all diese Erinnerungen aus den letzten 10 Jahren nicht einfach so verlieren.

Was ist mit den Daten der letzten Stunde?

Backup NAS

Eine netzwerkfähige Festplatte (NAS), eine weitere Festplatte oder Partition im Rechner ist ständig verfügbar und eignet sich z.B. für ein stündliches, inkrementelles Backup.

Es wäre sehr aufwendig ständig alle Daten auf allen externen Festplatten und Arbeitssystemen synchron zu halten, weshalb ich das mindestens einmal pro Woche mache. Meine wichtigsten Arbeitsdaten werden ja kontinuierlich in der Dropbox gespeichert.

Aber was, wenn ich aus Versehen eine Datei überschreibe? Wie kann ich zum Beispiel die Daten der letzten Stunde wiederherstellen? Hierfür habe ich ein weiteres System am Laufen, welches stündlich alle geänderten meine Daten auf eine weitere Partition auf dem Rechner speichert. Möchte ich den Stand von gestern 15:00 Uhr herstellen? Kein Problem! Hierfür gibt es Programme wie Back In Time, Time Machine für Apple, …

Aber beim Programmieren oder Schreiben von Arbeiten ist mir selbst das nicht genug. Normalerweise verwende ich ein Versionskontrollsystem wie GIT um alle größeren Änderungen zu dokumentieren (und ggf. rückgängig machen zu können). Schreibprogramme wie Word oder LibreOffice bieten ebenfalls die Möglichkeit alle Änderungen zu speichern und ggf. anzuzeigen bzw. rückgängig zu machen.

Zusammenfassung

Ein vollständiges Backup System

Ein vollständiges Backupsystem mit Sicherungen in der Cloud, externen Festplatten und einem Erstatzsystem.

Mit Diensten wie Dropbox lässt sich schnell und kostenlos eine Backuplösung für die wichtigsten Daten einrichten. Eine Backuplösung für sämtliche Daten ist mit einer externen Festplatte aktuell für unter 70 Euro möglich, eine wasserdichte und feuerfeste Dokumentenbox gibt es für noch weniger Geld. Viele Studenten besitzen auch einen Laptop nur für die Uni, zusätzlich zu einem größeren Gerät zu Hause, übersehen jedoch die Möglichkeit, dies als ideale Backuplösung zu nutzen.

Natürlich kostet es anfänglich Zeit sich Gedanken über ein eigenes Backup System zu machen, und natürlich Geld die nötigen Anschaffungen zu tätigen. Aber langfristig lohnt sich diese Investition, spätestens dann, wenn man an seiner Abschlussarbeit sitzt und sich an all die Geschichten von Computerabstürzen, Festplattenausfällen, Laptopdiebstähle, USB-Sticks unterm Kopfkissen und E-Mails alla „Könnt ihr euch mal meine Bacheloarbeit speichern, mein PC macht glaube ich nicht mehr lange!“ erinnert.