Getting Things Done von David Allen ist kein Buch, welches irgendwie durch ein Wunder alle Probleme löst. Es ist auch kein Buch, das Arbeiten zum ultimativen Vergnügen macht. Lässt man die etwas überschwänglich wirkenden Ausführungen des Autors weg, so bleibt eine umfangreiche Anleitung, mit der ein produktives Taskmanagement betrieben werden kann. Mit einem solchen trusted system, wie es David Allen häufig nennt, lässt sich unbeschwerter arbeiten, und das hebt die Arbeitskapazität, löst somit einige Probleme und sorgt dafür, dass z.B. das Organisieren von Tasks mehr Spaß bereitet. Die Arbeit an sich muss natürlich trotzdem erledigt werden.

Somit ist dieses Buch eine Hilfe für diejenigen, die motiviert viele Dinge erledigen, und ein System suchen, dies effektiver organisieren zu können. Ein Nachteil, oder auch Preis, der dafür zu bezahlen ist: folgt man der Anleitung komplett, so werden mindestens eine, wenn nicht sogar zwei Wochen zur Implementierung des Systems benötigt, die Anschaffung diversen Büromaterials mit inbegriffen. Es kostet also erst einmal große Überwindung sich auf das System einzulassen, wenn die Arbeit einem gerade sowieso bis zum Hals steht und es nicht abzuschätzen ist, ob das System in Getting Things Done überhaupt sinnvoll angewendet werden kann. Natürlich kann es sinnvoll angewendet werden, aber ohne es nicht selbst ausprobiert zu haben, würde ich dieser Aussage selbst nicht trauen. Es ist also eventuell sinnvoll sich mit Getting Things Done zu beschäftigen, wenn der Terminkalender nicht gerade aus allen Nähten platzt.

Als ich angefangen habe mich mit Gettings Things Done zu beschäftigen, ist mir ein weiteres Problem bei der Implementierung des Systems bewusst geworden: wo sind die Grenzen? Getting Things Done ist nicht nur ein Werkzeug, es ist quasi eine komplette Lebenseinstellung. Nicht nur, dass dies zu Konflikten mit Mitmenschen führt (Warum bekommen die ihre Sachen eigentlich nicht auf die Reihe?), es führt auch zu einem Konflikt mit sich selbst. Es fiel mir anfangs sehr schwer halb nach Gettings Things Done zu arbeiten und mich nebenher auf offenen, unbearbeiteten Baustellen herum zu treiben. David Allen beschreibt, wie Einige im Zuge der Implementierung von Gettings Things Done ihr komplettes Haus umgeräumt haben (und zwar inklusive Speicher, Keller, Garage, Abstellkammern, Ferienhaus, Bootsschuppen, …), was ich inzwischen sehr gut nachvollziehen kann.

Zu guter Letzt ein Fazit zu Gettings Things Done: das Buch liest sich anfangs schwer, wenn man den Stil amerikanischer Selbsthilfebücher nicht gewohnt ist. Es muss auch nicht jeder zu einem bekennenden Gettings Things Done Jünger werden, denn nicht alle Elemente lassen sich von jedem verwenden. Aufgabe zu delegieren ist z.B. ein Punkt, der im Schüler- wie Studentenleben (meistens) eine viel geringere Bedeutung hat ,als im Berufsleben. Aber zumindest ausprobiert werden sollten alle Elemente einmal. Ich verwende das System gerne, wenn auch in einer auf meine Lebenssituation angepassten Variante, und kann es wirklich empfehlen, sich auch schon vor dem Berufseinstieg damit zu beschäftigen.

An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass ich mir das vorgestellte Buch selbst gekauft oder aus einer Bibliothek ausgeliehen habe. Es handelt sich also nicht um ein zur Verfügung gestelltes Rezensionsexemplar und ich wurde für diese Rezension auch nicht bezahlt.

Das Buchcover wird vom Penguin Verlag zur Verfügung gestellt.